Gruppenfoto von den Teilnehmern

Als wir uns am Samstagmorgen in Bad Hersfeld trafen, war die Spannung groß. 13 Personen, teilweise mit, teils ohne Motor, waren zur 3-tägigen Grenzradtour Rhön angetreten. Die Route führte vom Haunetal und Kegelspielradweg in den ehemaligen Grenzzonenbereich mit Besichtigung der Gedenkstätte Point Alpha. Die Gruppe folgte dem Flusslauf der Ulster und erreichte die Hohe Rhön, wo der Fluss auf über 800 m entspringt. Hier befindet sich auch das Rote Moor. Bergab nach Gersfeld und Fulda gelangten die Radler zurück nach Bad Hersfeld. Der Wetterbericht versprach nichts Gutes, punktuell gab es schon Unwetterwarnungen, Dauerregen, Blitz und Donner war ab dem zweiten Tag vorhergesagt.

Margittas Pedelec hielt trotz zu Anfang der Tour festgestelltem Antriebsschaden tapfer durch. Über das Haunetal und den Kegelspielradweg erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein und fluoreszierendem Grün Point Alpha in der Kuppenrhön, das zwischen Rasdorf und Geisa auf der Höhe liegt. Das blaue „Haus auf der Grenze“ mit Dauerausstellungen, das ehemalige US-Camp, der Kreuzweg und teilweise erhaltene Grenzanlagen sind unvergleichbare Zeitzeugnisse und ein einzigartiger Lernort der Geschichte, wenn es um die innerdeutsche Grenze bis 1989 geht. Unser abendliches Quartier nahmen wir in einer Gaststätte in Rasdorf.

Die Abfahrt durch die „Gänsegurgel“, einem abenteuerlicher Singletrail, forderte schon am frühen Sonntagmorgen die Fahrkünste der Gruppe heraus und im rasanten Tempo erreichten wir Geisa im Ulstertal. Zunächst ging es flott voran, aber spätestens ab Hilders gab es ein stetiges Auf und Ab mit giftigen Anstiegen.

In Seiferts erholten wir uns in Krenzers Biergarten (ein „Muss“) von den Strapazen, gleichwohl uns bewusst war, dass die eigentlichen Steigungen jetzt erst begannen.
Jede/Jeder strampelte im eigenen Takt zur 818 Meter über Normalhöhen-Null gelegenen Ulsterquelle, wo wir den gemeinsamen Weg zum Haus am Roten Moor fortsetzten. Wir hatten uns definitiv eine Belohnung verdient!

Noch hielt das Wetter. Dunkle Wolken umringten uns, verschonten uns aber weiterhin. Das Rote Moor erkundeten wir auf einem Holzbohlenweg. Wollgras, blühende Heidelbeeren und die dunkel wirkenden Karpatenbirken ließen das Hochmoor in einer mystischen Aura erscheinen. Bis Gersfeld hatten die Bremsen ganze Arbeit zu leisten. Der unerwartet gemütliche und schöne Marktplatz lud zu Kaffee, Kuchen und Eis ein. Kaum waren wir an unserer Pension angelangt, grollte es bereits heftig am Himmel.

Am dritten Morgen war es wolkenverhangen und nur noch eine Frage der Zeit, wann uns der Dauerregen und die Gewitterfronten ereilten. Ursprünglich sollte der Weg durch das Fuldatal führen. Plan B sah vor, ab Fulda zunächst auf den Milseburgradweg zu fahren und dann den Abzweig zum Haunetal zu nehmen. Diese Variante hatte den Vorteil, dass die Bahn immer parallel fuhr. Wir kamen gut voran. Etwa 20 Kilometer vor unserem Ziel bei Burghaun war dann unser Glück vorbei. Eine Gewitterfront erwischte uns frontal und zwang uns zur Pause in einer am Weg gelegenen Maschinenhalle.

Der Himmel wurde zusehends schwärzer. Zwischen zwei Fronten entschlossen wir uns zurück nach Burghaun zu radeln, um von dort den Zug zum Ausgangspunkt zu nehmen. Bernhard war der einzige Radler, der bis nach Bad Hersfeld „durchziehen wollte“. Alle anderen zogen es vor, den Heimweg per Bahn anzutreten.

P.S. Auch Bernhard hatte noch Glück und kam mit seinem Pedelec trockenen Fußes nach Bad Hersfeld. Die Gesamtregenmenge von über 50 Liter pro Quadratmeter sorgte am Ende des Tages allerdings für vollgelaufene Keller und überflutete Straßen.