Sherly Ann Kurz und Merlin Raasch auf dem Treysaer Marktplatz halten ihre Demo-Schilder hoch

Sherly Ann Kurz (9 Jahre) und Merlin Raasch (10) gingen am Freitag nicht in die Schule. Sie trafen sich auf dem Treysaer Marktplatz, um für ihre Zukunft zu demonstrieren. Es war das erste Mal, dass Schüler*innen aus Schwalmstadt im Rahmen der Aktion „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft) auf die Straße gingen. In der nächsten Woche planen Schülerinnen und Schüler deutschlandweit einen Protesttag.

Sie wollen mit ihrer Aktion die Regierenden zwingen, etwas zu tun für ihre Zukunft – auch wenn sie dabei einen Regelverstoß begehen und nicht in Schule gehen. „Wir haben das Recht dazu. Die Umweltverschmutzung bedroht unsere Lebensgrundlagen“, darum blieben sie dem Unterricht fern. Sie sehen sich als Teil der Bewegung, die sich seit Monaten für den Erhalt der Umwelt einsetzt.

Damit eifern sie ihrem Vorbild Greta Thunberg nach, die seit dem August 2018 regelmäßig freitags während der Schulzeit vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm ihren Schulstreik für das Klima abhält, aus dem inzwischen die weltweite Bewegung „Fridays For Future“ erwachsen ist. Mit Schulstreiks will sie erreichen, dass Schweden das Umweltschutz-Übereinkommen der Klimakonferenz von Paris einhält.

Die beiden Treysaer finden auch, dass keiner etwas Entscheidendes gegen die Zerstörung der Umwelt unternimmt. „Jeder kann etwas tun“, sind sie überzeugt: Zum Beispiel Glasflaschen statt Plastik, kein Mineralwasser trinken, wenn den Menschen das Grundwasser abgepumpt wird, Kohlekraftwerke abschalten oder Fahrrad statt Auto fahren. Die Autos seien mit schuld, dass es einen Klimawandel gibt. Aber: „Die Wege zum Radfahren sind zu gefährlich, um zur Schule zu fahren. Man muss viel zu häufig gefährliche Straßen überqueren.“ Um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, haben sie sich tags zuvor Schilder gebastelt. Darauf fordern sie (auf Englisch): „Clean Your Earth (Säubert eure Erde)“ und weisen darauf hin, dass es keine Ersatzerde gibt („There is no Planet B“).

An der zentralen Demonstration im Schwalm-Eder-Kreis am nächsten Freitag wollen sie aber nicht teilnehmen: „Da müsste man mit dem Auto hinfahren. Daher bleiben wir hier und demonstrieren in Treysa.“