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Forstschlepper auf Waldweg

Aus Mangel an geeigneten Radwegen oder wegen der schöneren Landschaft sind Radfahrer häufig auf Feld- und Forstwegen unterwegs. Soweit landwirtschaftliche Wege („Wirtschaftswege“) benutzt werden, kann der Radlergenuss durch Konflikte mit Landwirten getrübt werden. Wer muss wem ausweichen. An diesem Punkt entzündet sich oft der Streit. Die nachfolgenden Hinweise sollen dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis zwischen Landwirten und Fahrradfahrern zu fördern und ein stressfreies Radeln auf landwirtschaftlichen Wegen ermöglichen.

Wirtschaftswege dürfen von Radfahrern benutzt werden. Das Betretungsrecht ist im Naturschutzgesetz des Landes geregelt. Die abseits der Straßen geführten Wege sind bei den Radlern sehr beliebt, besonders wenn diese asphaltiert sind. Sie erlauben, weil autofrei, ein entspanntes Radeln. Insbesondere Familien und Radlergruppen schätzen das sichere Fahren nebeneinander.

Bei der Benutzung von Wirtschaftswegen ist zu beachten, dass diese Wege mehrere Funktionen aufweisen. Sie dienen einerseits Erholungs- und Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel dem Fahrradfahren, Skaten und Wandern. Sie sind aber für den landwirtschaftlichen Verkehr unverzichtbare Wege zu den Arbeitsplätzen auf den Feldern oder zu den Gehöften. Diese Mehrfachfunktion der Wirtschaftswege führt häufig zu Konflikten zwischen den unterschiedlichen Nutzern.

Um diese zu vermeiden, sollten die folgenden Verhaltensregeln eingehalten werden:

  • Bei der Begegnung von Fahrradfahrern und landwirtschaftlichen Verkehr weicht der Verkehrsteilnehmer, dem das leichter fällt, aus. Das sind meist die Radfahrer. Die Landwirte mit ihren schweren Traktoren mit ihren Anhängern oder Bewirtschaftungsgeräten können dies in  vielen Fällen nicht. Ein Abkommen vom Weg birgt für sie die Gefahr des Umkippens von Zugmaschine und Gerät.
  • Für das Rad fahren auf den Wirtschaftswegen gilt daher das Gebot der Rücksichtnahme. Dem landwirtschaftlichen Verkehr ist Vorrang zu gewähren.
  • Die Ausschilderung von Wirtschaftswegen als Radwanderwege ändert an dieser Regel nichts. Die Beschilderung ist eine nicht amtliche Wegweisung, die dem Fahrradfahrer keinen Vorrang einräumt.
  • Weiter ist wichtig zu wissen, dass Radfahrer auf Wirtschaftswegen keine optimalen Verkehrsverhältnisse erwarten dürfen. Auf Wirtschaftswegen ist mit typischen Gefahren, wie zum Beispiel verschmutzten Wegen, Rinnen und so weiter zu rechnen. Also aufpassen. Ein Regressanspruch bei einem Unfall ist in diesen Fällen nicht gegeben.

Quelle: Rolf Seemann, Vorsitzender des ADFC Kreisverbandes Wiesbaden/ Rheingau-Taunus, aus: e-AHA Nr. 10/2011 (7. April 2011) – herzlichen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung (mit kleinen Änderungen übernommen)

 

 

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