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Kirche auf dem Christenberg mit zwei Türmen vor blauem Himmel

Die Burgwald-Runde führt sie an viele attraktive Orte im Burgwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet in Hessen. Weil weite Strecken im Wald zurückgelegt werden, eignet sie sich ideal für heiße Sommertage. Unterwegs kann man die Aussichten von der Burg Mellnau und vom Christenberg genießen und die Schönheit der Natur in den Franzosenwiesen bewundern. Die Tour ist mit 46 km Entfernung und 709 Höhenmetern bei teilweise knackigen Anstiegen für geübte Radfahrer geeignet.

Beschreibung

Zum Start am Dorfgemeinschaftshaus in der Schulstraße in Burgwald-Ernsthausen kann man mit dem Fahrrad über den Lahn-Eder-Radweg anreisen, der Marburg mit Frankenberg verbindet. Zwischen den Orten verkehrt auch die Burgwald-Bahn, in Ernsthausen gibt es eine Haltestelle, Fahrräder kann man ohne Mehrkosten mitnehmen. Autofahrer können ihr Auto auf dem Parkplatz beim Dorfgemeinschaftshaus abstellen.

Vor dem Dorfgemeinschaftshaus stehend fährt man nach links in die Darmstädter Straße, die zum Teil mit Kopfstein gepflastert ist, wie in früheren Zeiten alle Straßen im Ort. Wenn man rechts in die Brückenstraße abbiegt, sieht man linke Hand ein Fachwerkhaus mit liebevoll gestalteten Kratzputzgefachen, das nächste, für dörfliche Verhältnisse sehr große Haus ist die ehemalige Wollspinnerei. Kurz hinter der Unterquerung des Bahndamms der Burgwald-Bahn überquert man den Senkelbach. Unterhalb des Mühlrains, eines ausgedehnten Streuobstgebietes, in der unter anderem der seltene Steinkauz Futter für sich und seine Jungen sucht, biegt man rechts in die Straße Am Mühlrain und anschließend nach links in die Vorstadtstraße.

Die Bundesstraße B 252 sollte man vorsichtig überqueren, um nach halblinks in die Rodaer Straße zu gelangen. Am Ortausgang biegt man links in den ersten Feldweg ein, der durch das Tal der Wetschaft nach Roda führt. Die Galloway-Rinder dienen im Biotopverbund-System "Oberes Wetschafttal" dem Erhalt der ökologisch bedeutsamen Feuchtwiesen. Typisch sind auch die von April bis Mai intensiv gelb leuchtenden Sumpfdotterblumenwiesen und die Feuchtgebiete mit eigens angelegten Teichen, an denen verschiedene Reiherarten, Amphibien und Libellen zuhause sind. Wer großes Glück hat, kann hier auch den scheuen Schwarzstorch beobachten, der im Burgwald heimisch ist.

Weiter geht es durch das Tal auf der rechten Seite der Wetschaft. In Roda angekommen fährt man auf der Hauptstraße nach links weiter in den Ort und biegt nach rechts in die Friedhofstraße. Ab hier geht es weiter geradeaus bis man auf den asphaltierten Herrenweg stößt, der in früheren Jahrhunderten (damals freilich noch nicht asphaltiert) das Jagdschloss Wolkersdorf bei Bottendorf und das Jagdschloss in Bracht verband, die beide Eigentum der hessischen Landgrafen waren.

Auf dem Herrenweg hält man sich erst einmal rechts und folgt dem asphaltierten Weg. Die Brücke über das Rote Wasser, in dem sich die Wasser der Franzosenwiesen sammeln, wird auf einer Tafel die Geschichte dieses Gebiets erzählt. Ehemals sorgten hugenottische Glaubensflüchtlinge, die sich in Wetter-Todenhausen angesiedelt hatten, hier für ihr Winterheu. Wie dem Autor von seiner Oma berichtet wurde, die selbst aus Todenhausen stammte, brachen die Bauern zur Heuernte um 3 Uhr in der Nacht auf, um rechtzeitig die Wiesen mähen zu können, bevor die Mücken unerträglich wurden. Heute bieten die Feuchtgebiete in den Franzosenwiesen wegen ihres besonderen Klimas einen Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen.

Ein paar hundert Meter weiter liegen rechts des Weges der Kleine und der große Badenstein, zwei ehemalige Vulkankegel. Durch Basaltabbau entstand die heutige Kesselform des Großen Badesteins.

Vom Herrenweg geht es nach rechts knackig hinauf auf den Kottemberg und die Ommelburg, bevor man um einige Ecken und Kurven den Langen Grund erreicht, der nach Schönstadt führt. Die burgwaldtypische feuchte Senke hat hier ein Hangquellmoor entstehen lassen, die vielen Teichen bieten einen wertvollen Lebensraum unter anderem für seltene Libellen. Spannend ist die Fahrt durch die Furt auf halber Strecke. Hier gilt es, aufmerksam durch das Bachbett zu fahren oder die dort liegenden Steine zu nutzen, um zu Fuß überzusetzen. Am Ende des Langen Grunds biegt man nach rechts auf den Verbindungsweg Richtung Oberrosphe. Da hier auch motorisierte Fahrzeuge unterwegs sind, sollte man als Radfahrer auf dem kurvigen Weg vorsichtig fahren.

Wer die bäuerliche Kultur vergangener Jahrhunderte kennenlernen will, kann das Dorfmuseum im Alten Forsthof in Oberrosphe in der Straße Im Rosphetal (nach Erreichen des Ortes erster Weg links - Erlenscheid) besuchen. Im Heuhotel kann man zudem urig übernachten, das Heuhotel ist ADFC-Bett+Bike-Betrieb.

Über die Straße Steinacker gelangt man geradeaus den Berg hoch über einen Verbindungsweg nach Mellnau. Der Ort wird überragt von der Ruine der Burg mit seinem gut erhaltenen Burgturm, in dem im Sommer eine große Zahl von Mauerseglern nistet. Über den steilen Anstieg kann sich mit der Vorstellung hinwegtrösten, dass es für Ritter in ihren schweren Rüstungen früher noch erheblich anstrengender war den Burgberg zu erklimmen als Radfahrer mit modernen Ketten- oder Nabenschaltungen. Von der Burg bietet sich ein weiter Ausblick bis nach Marburg im Süden und ins Rothaargebirge Richtung Westen.

Durch das Dorf zurück fährt man am Forsthaus Mellnau vorbei. Im weiteren Verlauf des Wegs wachsen auf vielen Wiesen links und rechts des Wegs wilde Orchideen. Vorerst hält man sich immer geradeaus, bis man erneut - diesmal den westlichen Teil - der Franzosenwiesen erreicht. Linke Hand liegt ein Teich, in dem viele Amphibien und Libellen leben. Im dahinter liegenden Waldstück liegt versteckt der so genannte Wolfsturm, den man in früheren Zeiten nutzte, um Wölfe zu bekämpfen. Die Zeiten und Einstellungen der Menschen haben sich im Laufe der Jahre gewandelt. Von vielen Seiten wird es heute begrüßt, dass Wölfe aus dem Osten kommend auch hierzulande wieder heimisch werden könnten.

Hinter den Franzosenwiesen hält man sich links und noch einmal links, um ins Hungertal zu gelangen, das hinauf zum Christenberg führt. Der Christenberg atmet Geschichte. Früher als Kesterburg Befestigungsanlage der germanischen Kelten, soll im 8. Jahrhundert nach Christus der Germanenmissionar und Kirchenreformer Bonifatius von hier aus gewirkt haben. Eine ganz besondere Atmosphäre verspürt man in der Martinskirche, die etwa 1000 Jahre alt ist. Eine Besonderheit ist die Außenkanzel auf der Rückseite des Gebäudes. Den Schlüssel für die Martinskirche erhält man ebenso wie den Schlüssel für die kleine Ausstellung im Fachwerkbau des ehemaligen Küsterhauses im Waldgasthaus Christenberg. Im Biergarten oder im Wintergarten des Restaurants kann man seine Wildgerichte oder Kaffee und Kuchen mit einem eindrucksvollen Rundblick in das Wetschafttal und das dahinterliegende Rothaargebirge genießen.

Zurück vom Christenberg hält man sich geradeaus weiter auf dem Weg auf dem Bergrücken. Nach einem letzten Anstieg geht es flott bergab. An der Kreuzung, an der es links zu den Münchhäuser Spiegelteichen und rechts nach Roda geht, hält man sich geradeaus. Vorbei an der Jagdhütte der Revierförsterei Ernsthausen fährt man weiter bergab Richtung Ernsthausen. Am Ende der Abfahrt sollte man den nach links abbiegenden Sandweg meiden und einen kleinen Umweg fahren, bevor man im Ernsthäuser Jammertal aus dem Wald herausfährt. Das Flurstück hat seinen Namen von der Tradition früherer Zeiten, als die Ernsthäuser Verstorbenen mit einem Trauerzug auf den Christenberg begleitet wurden, um dort beerdigt zu werden.
Dem aufmerksamen Beobachter wird nach der Überquerung der Wetschaft auffallen, dass der Senkelbach auf der linken Seite im zweiten Stockwerk über den natürlichen Bachlauf in den Mühlgraben der Wetschaft geleitet wird.

Im Dorf sollte man sehr vorsichtig die B 252 überqueren. Wer sicher gehen will, kann den Fußgängerüberweg an der Bahnunterführung nutzen. Durch die Kirchstraße vorbei an der 1912 erbauten Evangelischen Kirche erreicht man wieder die Schulstraße und ist am Ziel angelangt.

Verlauf

Start: Burgwald-Ernsthausen, Dorfgemeinschaftshaus – Nauwiesen – Rosenthal-Roda – Herrenweg – Großer Badenstein – Rotes Wasser, Franzosenwiesen – Langer Grund, Schönstadt – Oberrosphe – Burg Mellnau – Franzosenwiesen – Christenberg – Jagdhütte Ernsthausen – Ziel: Burgwald-Ernsthausen

Eigenschaften

  • Anforderungen: mittelschwere Tour
  • Länge: 46 km
  • Steigung: 709 Höhenmeter
  • Wegebeschaffenheit: überwiegend befestigte Wald- und Wirtschaftswege, teilweise asphaltiert; für Rennräder nicht, für Räder mit schmalen Reifen nur bedingt geeignet

Karte

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Die Touren wurden mit den Programmen MapSource® und BaseCamp® von Garmin® erstellt und bearbeitet.

Wir übernehmen keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben. Bitte beachten Sie, dass sich die Verkehrsführung unter anderem wegen Baumaßnahmen und Witterungseinflüssen ändern kann.

 

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